Blog des Monats April: Karin Krubeck und ihr Projekt www.bonngeht.de

Während draußen langsam aber sicher der Frühling einzieht, freuen wir uns ganz besonders, Ihnen heute ein Bonner Projekt als Blog des Monats im April  vorzustellen: Karin Krubeck und ihr Blog www.bonngeht.de. Ein Gespräch über die Gastronomie-Szene in Bonn, Essen als soziale Komponente und die Hoffnung, dass die Bundesstadt irgendwann in naher Zukunft aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen wird. Aber lesen Sie selbst (…)

Interview mit Karin Krubeck

Guten Tag Frau Krubeck. Vielen Dank, dass Sie sich etwas Zeit für unsere Fragen genommen haben. Erzählen Sie uns doch bitte erst einmal etwas über sich und Ihr Projekt www.bonngeht.de.

Ich blogge (publiziere) seit vielen Jahren im Internet Artikel zu verschiedenen Themen. Da die Artikel zur Bonner Gastronomie so überhand nahmen, habe ich sie kurzfristig ausgelagert in ein eigenes Blog.

Dann nahmen die Anfragen von Bonnern zu, die wissen wollten, wo sie mit den Großeltern essen gehen könnten oder für ein erstes Date hingehen könnten und meine Schwester wollte immer Orte für Firmenweihnachtsfeiern wissen.

So entstand rechts die Leiste auf der man verschiedenes auswählen kann.

Wichtig zu wissen ist, dass ich hier meine Meinung wiederspiegele und die muss nicht die Meinung von Herrn Müller oder Frau Zimmermann sein. Jeder darf eine andere haben und die auch gerne in Kommentaren unter die Berichte schreiben, damit ein vielfältiges Bild entsteht.

Blogansicht - bonn geht (c) bonngeht.de

Screenshot von Bonn geht (c) bonngeht.de

 

Ihr Projekt behandelt sowohl das Thema Essen, als auch Trinken, Kaffeetrinken und Einkaufen. Welche ist Ihre Lieblingskategorie und was zeichnet gerade Bonn, Ihrer Meinung nach, in dieser Kategorie aus?

Meine Lieblingskategorie ist „Bonn geht essen“ und Bonn zeichnet sich dadurch aus, dass es besonders langweilig ist, weil individuelle Gastronomiekonzepte hier kaum eine Chance auf Umsetzung haben.

Die Innenstädte sind noch von der Systemgastronomie bezahlbar. Wer da mit einem individuellen Gastrokonzept kommt und nicht Millionen in der Tasche hat, der hat kaum eine Chance.

So werden die Innenstädte dieser Welt alle austauschbar. Einerseits gibt das dem Reisenden Sicherheit, weil er sich schnell zurecht findet, andererseits geht der individuelle Charme verloren.

Essen ist eine soziale Komponente

Wodurch zeichnet sich Ihrer Meinung nach gutes Essen aus?

Zuallererst möchte ich gutes Essen nicht alleine als die Lebensmittelkomposition auf meinem Teller verstanden wissen.

Essen hat für mich eine soziale Komponente bei der ich mich mit meinen Freunden austausche über den Alltag oder das Leben. Hier hole und gebe ich Feedback in einer lockeren Atmosphäre.

Ich kann also ein wenig kreatives Menü verzeihen, weil ich einen Spitzenabend hatte, bei denen wir auf den Tischen tanzten oder ich einen neuen faszinierenden Menschen kennenlernte.

Das Essen selber muss somit Lust auf vielen Ebenen wiederspiegeln. Die Lust am Leben, die Lust des Kochs mich als Gast zu haben und mir seine Idee und das Design zu präsentieren, die Lust des Service mir einen unbekümmerten Abend zu präsentieren, die Lust des Architekten mich in eine andere Welt zu versetzen und das dann bitte mit hochwertigen Lebensmitteln, gerne mit einem regionalen und sekundär einem Bio-Schwerpunkt.

In den einzelnen Unterkategorien lassen sich Restaurants, Bistros und Cafes, anhand von den eigenen Kriterien und Wünschen herausfiltern. Haben Sie einen Geheimtipp für Bonn?

Die Toilette im Herr Lehmann ist schon was anderes 😉 Einen großen Reiz haben die wunderbaren Teeservices im First Flush Tearoom.

Die Fensterbänke in denen man sitzen kann in der Black Coffee Pharmacy, machen riesige Lust zum Daueraufenthalt.

Definitiv ein anderes Essenskonzept hat die Karawane mit ihrer Rundreise. Großartig.

Blogbeiträge - bonn geht essen (c) bonngehtessen.de

Screenshot von Bonn geht Essen (c) bonngehtessen.de

 

In Ihrer Kategorie „…Mit Mir Essen!“ rufen Sie, wie Sie selber sagen, öffentlich dazu auf mit Ihnen Essen zu gehen. Wie sieht der Ablauf solch eines Gastronomietests aus und wie kamen Sie auf die Idee, auf diesem Wege Restaurants mit fremden Menschen zu testen?

Als Rheinländerin ist das für mich nicht wirklich eine Idee, sondern ich lerne einfach gerne Menschen können. Je mehr ich kennenlerne, desto öfter finde ich auch ein Juwel darunter.

Aber ganz abgesehen davon, gibt es den rein egoistischen Grund, dass ich nicht so viele Freunde habe, die andauernd mit mir essen gehen wollen. Sie teilen diese Leidenschaft nicht in dem Maße und so fehlt mir oft jemand.
Kurz zum Ablauf: Für ein Testessen kündige ich mich in der Regel nicht an. Ausnahme waren hier die beiden integrativen Restaurants in Bonn, die ich einfach anders einordnen möchte.

Ich esse immer 3 Gänge, jedoch esse ich sie nicht immer auf. Viele Restaurants gehen davon aus, dass der durchschnittliche Restaurantbesucher EIN Gericht bestellt und das muss dementsprechend groß sein. Wir kennen alle die Werbung für die XXL Gerichte, XXL Schnitzel etc. und das zu einem möglichst geringen Preis.

Einerseits betrachte ich das Ambiente, welches ich in der Regel als Erstes in der Rezension beschreibe. Danach die Speisen: convenience food oder frisch oder eine Kombination. Wie viele Geschmacksrichtungen sind im Essen enthalten? Versucht man mir auch vom Mundgefühl her unterschiedliches zu bieten oder ist alles nur hart oder nur weich?

Der letzte Blick gilt dann immer dem Service. Man muss nicht alles wissen und darf neu sein, aber die Frage ist, ob man interessiert ist an mir als Gast und mir Aufmerksamkeit entgegen bringt oder Dinge für mich nachfragt, wenn ich eine Frage habe. Es gibt Service, der sich so versteht, dass er mir einen schönen und unangestrengten Abend ermöglichen will und dann gibt es den Service, der sich als Tellerservierer versteht.

In der Regel frage ich beim Verlassen des Restaurants nach, ob ich Fotos vom Essen verwenden darf, die ich mit dem Smartphone gemacht habe um diese evtl. in einem Blog oder auf Facebook zu nutzen. Wenn ich besonders begeistert bin, dann stelle ich mich durchaus auch schon mal komplett vor und wir tauschen Visitenkarten aus.

Bonn wird eines Tages aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Was war bisher ihr schönstes Erlebnis in Verbindung mit Ihrem Projekt bonngeht.de?

Das Schönste ist nach und nach Bonner Gastronomen kennen zu lernen und mit ihnen Interviews zu führen. Da bin ich bisher nur Menschen mit ganz viel Liebe zu ihrem Beruf im Herzen begegnet und das macht mich glücklich. Leidenschaft, der Wunsch Gutes zu erschaffen und auch die große Liebe zu Bonn bei einigen, lassen mich daran glauben, dass Bonn eines Tages aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Nicht einfach so und das wird ein hartes Stück Arbeit für einige.

Wie gerne kochen Sie selber? Versuchen Sie getestete Gerichte nach zu kochen?

Ich koche sehr gerne und habe bis vor 1 Jahr sehr viel kocht. Meine Freunde kamen immer sehr gerne. Aber de facto fehlt mir dazu die Zeit und der Hunger, denn ich gehe fast ausschließlich aus und esse außerhäusig bzw. werde mittags schon mal auf der Arbeit bekocht.

bonn geht einkaufen (c) bonngehteinkaufen.de

Screenshot von Bonn geht einkaufen (c) bonngehteinkaufen.de

 

Sie möchten Bio essen und setzen hier vor allem auf Produkte die unter fairen Lebensbedingungen entstanden sind und auf lokale Anbauprodukte. Was sind hier Ihre Tipps, für Leute die auch vermehrt Bio essen möchten, aber nicht so recht wissen wo sie anfangen sollen.

Einerseits kann man natürlich in Bioläden einkaufen gehen oder auch bei Aldi die Bioware kaufen. Aber noch mehr rate ich jedem dazu, der die Möglichkeit hat, dass er mal rausfährt zu den Bauern. Sich dort anschauen, was gemacht wird, was zugekauft wird und einfach fragen.

Die Bauern sind das heute gewohnt und geben in der Regel gerne Auskunft. Sollte jemand keine Auskunft geben wollen, dann wäre er auch schon nicht der Bauer meiner Wahl bei dem ich einkaufen möchte.

Müssen wir als GasProfi24 natürlich auch fragen: 😉 Wie kochen Sie am liebsten – mit Gas, Strom oder reinem Feuer?

Bei mir Zuhause gibt es ganz normal einen Stromanschluss und dort wird gekocht.

Und zum Schluss ein Blick in die Zukunft: Was sind Ihre Pläne für 2015? Ein Event oder Restaurant, auf das Sie sich besonders freuen?

Ich mache mich in 2015 selbstständig mit bonngehtessen.de Die Gastrokritiken bleiben so, wie sie heute sind und man kann bei mir auf der Seite Werbung kaufen.

Darüberhinaus gibt es ab Sommer einen Webshop und ich verrate noch nicht, was es da zu kaufen geben wird. Daneben werde ich verstärkt Gastroevents organisieren in Bonn und für BonnerInnen und alle, die gerne in Bonn mal gastieren wollen.

Vielen Dank für das Gespräch. 🙂

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Inhaber und Geschäftsführer von Bonngas und gasprofi24.de. Seit Dezember 2012 auch aktiver Blogger auf diesem Kanal und auf: Google+