Grillarten: Alle auf einen Blick

Grillen – das kann prinzipiell erstmal jeder. Und dennoch ist Grillen nicht gleich Grillen – denn die Feinheiten machen den Braten besonders. In anderen Worten: Bereiten Sie Ihr Grillgut mit der falschen Grillart zu, machen Sie schnell Bekanntschaft mit knochentrockenem Fleisch oder Gemüsespießen, die wie Rohkost wirken. Der clevere Griller überlegt sich daher vorab, welches Grillgut unter welcher Art von Hitzezufuhr am besten gelingt. Als erstes stellt sich die Frage, ob es nun ein Gas- oder Holzkohlegrill sein soll. Ein Gasgrill garantiert ein praktisches und bequemes Grillen. Besonders geeignet sind solche Geräte für diejenigen, die spontan und häufig grillen. In wenigen Minuten auf Grilltemperatur, kann die Hitze je nach Art der Grillwaren schnell reguliert werden. Liebhaber des ursprünglichen Grillgefühls werden immer auf den Holzkohlegrill setzen. Dieses besondere Anfeuern, die Pflege der Glut und das typische Raucharoma sind dabei unersetzlich. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Grillarten inkl. Expertenmeinungen im Detail vor:

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Grilltechniken (c) Gasprofi24

Direktes Grillen: Unmittelbar über der Hitzequelle

Starten wir mit der Basis-Grillart schlechthin: dem direkten Grillen. Hier wird das Grillgut unmittelbar über der Hitzequelle auf dem Grillrost positioniert. Die Temperatur kann bei dieser Grillart bis zu 270°C erreichen, was zu einer verhältnismäßig kurzen Garzeit führt. Charakteristisch für diese Art des Grillens ist eine Krustenbildung des Grillguts. Das direkte Grillen wird häufig für Steaks, Koteletts, Fisch, Burger, Spieße und Grillgemüse angewendet.

Direktes Grillen (c) Gasprofi24.de

Laut unserem Grillexperten Oliver Quaas von livingbbq.de sollte der Zubereitungsprozess des Grillguts ein Zusammenspiel aus direktem und indirektem Grillen sein. So trocknet Ihr Grillfleisch, Grillfisch, etc. bestimmt nicht aus:

Oliver Quaas Living BBQ (c) livingbbq.de„Ich verwende grundsätzlich in meinen Grillgeräten immer eine Aufteilung für direkte Hitze und indirekte Hitze, um flexibel zu sein. Wenn man sein Fleisch direkt  für ein paar Minuten angegerillt hat und diese damit versiegelt, ist der Kern noch roh. Damit das Fleisch schön saftig bleibt, ist es nun an der Zeit auf der indirekten Seite den Garvorgang bei geschlossenem Deckel zu Ende zu bringen. So trocknet das Fleisch nicht aus!“

Indirektes Grillen: Mehr Vielfalt auf dem Rost

Indirektes Grillen (c) Gasprofi24.de

Im Gegensatz zum direkten Grillen wird das Grillgut beim indirekten Grillen neben bzw. versetzt von der Hitzequelle platziert. Unter Aufsatz eines Grilldeckels entsteht im geschlossenen System ein sog. Backofeneffekt. Durch diese Heißluftzirkulation (bei 50-400°C) bietet das indirekte Grillen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der gegrillten Essenszubereitung.

Andreas Rummel - GasProfi24.de (c) Sven Giese 2014„Das indirekte Grillen ist für mich die clevere Art des Grillens, alles andere betrachte ich als Brutzeln. Beim indirekten Grillen wird das Grillgut neben der Hitzequelle platziert. Der Grill sollte einen Deckel oder eine Haube haben, denn nur so entsteht der gewünschte Backofeneffekt.“ (Andreas Rummel – Quelle: Die hohe Schule des Grillens, S. 18)

 

Mit dem richtigen Grillzubehör kann man daher gegrilltes Eis und Käsekuchen, wie auch gegrillte Muscheln, Gargemüse, Rinderfilet, Bruschetta u.v.m. auf den Tisch zaubern. Die Zubereitungszeit des indirekt gegarten Grillguts ist generell länger als beim direkten Grillen. Das Marinieren von Fleisch und Fisch ist beim indirekten Grillen nicht notwendig.

Tipp: Für austretenden Fleischsaft und Fett kann unter dem Grillgut eine Auffangschale aufgestellt werden. Die so aufgesammelte Flüssigkeit kann im Anschluss als Basis für eine Sauce verwendet werden.

Plankengrillen: Mehr Aroma in Fleisch und Fisch

Grilltechnik Plankengrillen (c) Gasprofi24.de

Eine besondere Form des indirekten Grillens ist das Plankengrillen, bei dem eine Holz- oder Salzplanke zwischen Rost und Grillgut gelegt wird. Beim Grillen unter Verwendung einer Holzplanke wird selbige zunächst in Wasser eingelegt. Das vollgesaugte Holzbrett wird dann direkt über der Flamme positioniert. Sobald erster Rauch austritt, wird die Planke auf die indirekte Seite des Grills geschoben und das Grillgut wird auf das rauchige Holz gelegt. Der Rauch der Planke verleiht dem Fleisch oder Fisch während des Garprozesses ein einzigartiges Aroma.

Björn Bauke von grill-guru.de (c) www.grill-guru.de„Den Einsatzmöglichkeiten der Zedernholzplanke sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Fisch, besonders Lachs, ist sicherlich ein Klassiker, aber auch Fleisch eignet sich ebenfalls für die Planke. Vor kurzem habe ich erst ein schönes Kotelett auf dem aromatischen Holz zubereitet. Freunde haben sogar schon mal einen Camembert auf der Planke gegrillt. Der Rauch der Zeder verleiht dem Grillgut ein ganz besonderes Aroma.“
(Björn Bauke, grill-guru.de)

Für das indirekte Grillen mit der Salzplanke eignen sich vorrangig dünne Steaks und Fisch. Auf der Auflageseite des Grillguts entsteht eine Kruste mit salziger Geschmacksnote.

Barbecue-Smoker: Gekonntes Einräuchern

BBQ Smoker Grilltechnik (c) Gasprofi24.de
Bei der Zubereitung im BBQ-Smoker liegt das Grillgut nicht unmittelbar über der Flamme, sondern wird mit heißem Rauch im Holz- oder Kohleofen gegart oder vielmehr geräuchert. Die Temperatur im Smoker ist mit bis zu 130°C vergleichsweise niedrig.
Das BBQ-Smoken wurde von ärmeren Schichten in den USA des 18. und 19. Jahrhunderts etabliert. Charakteristisches Grillgut für den Smoker ist fettreiches Fleisch mit einem recht hohen Bindegewebsanteil, sowie Schmor- und Suppenfleisch. Besonders schmackhaft ist zudem Geflügel aus dem Smoker, beispielsweise in Form von Drumsticks. Aber auch Wildfleisch lässt sich damit zubereiten – Ideen dafür gibt es in zahlreichen Grillbüchern. In unserer Buchvorstellung Wild Kitchen Project haben wir eines dieser Bücher vorgestellt.

Weitere Informationen zum Thema Barbecue finden Sie hier.

Der österreichische Grillblogger Christian Winkler von COOK WITH ME.AT ist von der Fleischzubereitung unter Verwendung des BBQ-Smokers überzeugt:

Für mich isTeam COOK WITH ME (c) www.cookwithme.att der Smoker die ultimative Methode, um ein klassisches BBQ zuzubereiten. Die Kombination aus Fleisch, Feuer und Rauch ist einfach gewaltig. Es erstaunt mich jedes Mal wieder, wie man mit verschiedenen Holzarten Einfluss auf den Geschmack nehmen kann. Ich persönlich mag aber am liebsten Rindfleisch. Egal ob Ribs, Brisket oder Roastbeef – dem kann einfach keiner widerstehen.

Verwenden Sie für das Wenden des Grillguts bei all diesen Grillarten eine Grillzange und vermeiden Sie das Wenden mit einer einfachen Gabel. Durch das Eindringen der Gabelzacken in das Fleisch tritt Flüssigkeit aus, wodurch das Fleisch schneller zäh zu werden droht.

Drehspieß: Die rotierende Art zu grillen

Grilltechnik Drehspieß (c) Gasprof24.de

Beim Grillen mit dem Drehspieß wird das Grillgut auf eine Metall- oder stabile Holzstange aufgespießt. Durch die permanente Drehbewegung des Spießes wird der Saft aus dem Braten gleichmäßig verteilt. Das Resultat ist eine knusprige Kruste und ein saftiges Innenteil. Wettbewerb-Griller und passionierter Grillblogger Thorsten Brandenburg von bbqpit.de bereitet bevorzugt zartes Geflügelfleisch unter Einsatz des Drehspießes zu:

Thorsten Brandeburg von bbqpit.de (c) bbqpit.de„Durch das langsame Rotieren auf dem Drehspieß gart das Grillgut gleichmäßig. Austretendes Fett und Fleischsaft tropfen nicht einfach runter, sondern laufen immer wieder um das Grillgut und aromatisieren es. Besonders gut für das Spießgrillen eignet sich Geflügel, da es zart und saftig wird und gleichzeitig eine knusprige Haut bekommt.

Weitere typische Drehspieß-Gerichte sind der Spießbraten und – ganz traditionell – das Spanferkel.

Damit Sie auch wirklich den Überblick über die vorgestellten Grillarten behalten, haben wir zum Schluss die jeweiligen Merkmale samt geeignetem Grillgut noch einmal zusammengefasst:

Grillarten in der Übersicht (c) gasprofi24.de

An dieser Stelle möchten wir uns für die Expertenstatements unserer Bloggerfreunde Björn Bauke, Thorsten Brandenburg, Oliver Quaas, Christian Winkler und natürlich auch bei Grillmeister Andreas Rummel bedanken. 🙂

Viel Freude beim Grillen wünscht Gasprofi24 – zelebrieren Sie es!

Zusätzliche Grilltipps gibt es übrigens in unserem aktuellen Grillguide 2014: Mit GasProfi24 durch die Grillsaison 2014, der zum kostenlosen Download bereitsteht.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Grillarten:

Literaturempfehlung zum Grillen:

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In Kategorie: Grillen

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Inhaber und Geschäftsführer von Bonngas und gasprofi24.de. Seit Dezember 2012 auch aktiver Blogger auf diesem Kanal und auf: Google+